Verdi tarifvertrag nrw großhandel

Die METRO GROUP ist eines der wichtigsten internationalen Handelsunternehmen. Im Geschäftsjahr 2014/15 erzielte sie einen Umsatz von rund 59 Mrd. €. Das Unternehmen betreibt über 2.000 Standorte in 29 Ländern und beschäftigt mehr als 220.000 Mitarbeiter. Die Performance der METRO GROUP basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die unabhängig am Markt agieren: METRO/MAKRO Cash & Carry, der internationale Marktführer im Self-Service-Großhandel; Media Markt und Saturn, der europäische Marktführer im Unterhaltungselektronikhandel; und echte Hypermärkte. Auch wenn dies individuelle Kosten für alle Beteiligten bedeutet, haben Mitarbeiter, Geschäftsführung, auch Betriebsrat und Gewerkschaft nun die Möglichkeit zu zeigen, dass es auch im deutschen Lebensmitteleinzelhandel mit voll kobestimmten Strukturen erfolgreich zu agieren ist. Die heutige Einigung ist ein guter Ausgangspunkt dafür. » Kritiker warfen Verdi zudem vor, sich für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit stark zu halten, diese Ziele aber intern nicht erreichen zu wollen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte. [81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt. [82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig.

[83] [84] Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte dem Großhändler jedoch vorgeworfen, die Tarifverträge aufzugeben, um neue Mitarbeiter zu geringeren Kosten einstellen zu können. Die Details der Vereinbarung sehen vor, dass Real die Tarifverträge im Einzelhandel grundsätzlich anerkennen wird. Real wird die Tariferhöhungen zwischen 2015 und 2017 jedoch zunächst aussetzen. Es ist jedoch gewährleistet, dass die Vergütung der Arbeitnehmer ab 2018 schrittweise wieder auf das Niveau des Tarifvertrags zurückgeführt wird. Darüber hinaus werden die Urlaubszulagen für die Kalenderjahre 2017 bis 2019, wie im Tarif beschrieben, auf 40 % reduziert, während die Weihnachtszulagen für die Kalenderjahre 2016 bis 2018 ebenfalls auf 40 % und 2019 auf 70 % gesenkt werden. Im Gegenzug erhalten die Führungskräfte zwischen 2015 und 2019 keine Erhöhung ihres Grundgehalts und leisten zusätzlich einen erheblichen Beitrag zu den Einsparungen. Insgesamt führen diese Maßnahmen zu erheblichen Kosteneinsparungen für Real. Die Verhandlungen über eine mittelfristige neu angesetzte Vergütungsstruktur sollen im Oktober 2016 mit dem Ziel beginnen, sie im ersten Quartal 2018 zu schließen. Außerdem wurden umfassende Bestimmungen zum Schutz von Geschäften und Beschäftigung angenommen.

Im Juni 2015 wechselte Real zu einer Mitgliedschaft, die nicht an Tarifverträge (eine sogenannte OT-Mitgliedschaft) innerhalb des Handelsverbandes Deutschland gebunden ist, und bot sofort an, mit Verdi über einen internen Tarifvertrag zu verhandeln.